Keck's Pfaditechnik Kästchen

Liebe Pfadi’s, ja, und auch Pfadileiter

Ich möchte euch in dieser kleinen Kolumne, die von nun an in jedem Assekrem zu finden sein wird, die alte Weissheit, rund um die Pfaditechnik weitergeben, erlernen, erläutern, erklären und spannend zu Gemüte führen.

 

 

„Eines der wichtigsten Dinge im Leben eines Seemanns ist der Knoten. Damit ist nicht die Geschwindigkeit eines Schiffes gemeint, die man in Knoten misst, nein, ich meine die mannigfache Möglichkeit der Verknüpfungen eines Hanfseils. Ich lernte 723 verschiedene Versionen, einen Knoten zu schürzen, und die kann ich heute noch auswendig. Ich kann (natürlich) den einfachen Seemannsknoten, aber auch den doppelten Zwergpiratenschürzling, die Sturmkrawatte und den Gänsegalgen, die Klabauterfessel und sogar den doppelten Gordischen Knoten. Ich beherrsche den gewickelten Hänfling genauso gut wie die achtschlaufige Oktopusschlinge, ich knote das Manilareep mit der Hanffaser, ich könnte mit verbundenen Augen zwei Aale so kompliziert verknoten, dass sie ihre Lebtage nicht mehr auseinander kommen. Ich wurde so etwas wie der Oberknotenmeister auf dem Zwergpiratenschiff, wen man einen Knoten benötigte, kam man zu mir. Ich könnte einen Knoten in einen Fisch machen, und, wenn es sein müsste, im absoluten Notfall, sogar einen Knoten in einen Knoten.“

(S 25 /26, Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär, von Walter Moers)

 

Mit diesem kleinen Abschnitt aus dem oben genannten phantasievollen, herrlichen und spannendem Werk, möchte ich euch einstimmen auf unser diesmaliges Thema mit welchem wir an das letztmalige anknüpfen, nämlich: Knöpfe!

Wie die meisten von euch schon Wissen verweile ich seit Ende Oktober wochentags im Schweizer Militär und genau dort entstand auch die erste Idee für diese Seite in einer mehr als Misslichenlage, als ich nämlich das erste mal in meinem Leben, zu meinem neu erhaltenen , wunderschön feldgrauen Ausgänger-Anzug, in die ebenfalls neu erhaltene, noch in Zelofan verpackte, dazugehörige, ebenfalls wunderschön in feldgrau gehaltene, Krawatte, sofort dringlichst meinen ersten Krawattenknopf knüpfen sollte, um nicht den kleinen Ausgang mit Nacharbeit zubringen zu müssen, welcher nämlich gestrichen wurde für das etwaige Überschreiten der Zeitlimite von 10 Minuten, welche wir erhielten um unsere Kampfstiefel zuputzen, zu duschen, den Ausgänger an zuziehen, zubetten, das Zimmer zuwischen, im Zimmer den Boden auf zunehmen, den Kübel zuleeren und hoch zu stuhlen.

Als ich, dann nach Luft japsend auf dem grossen Platz in Reih und Glied stramm Stand mit einem täuschend echt aussehendem Krawattenknoten, schwor ich mir, diesen, doch irgendwann für einen teil der Jungs, wichtigen Krawattenknoten in die Pfaditechnik- Ausbildung der Abteilung Albis & Felsenegg aufzunehmen. ;)

Four in Hand

FourHand
In 5 Schritten zum Krawattenknoten