Keck's Pfaditechnik Kästchen

Liebe Pfadfinderinnen und Liebe Pfadfinder

Mit den aktuellen Tagestemperaturen von gefühlten 20 und gemessenen 14 Grad und beständig im Dunst goldig schimmernden Sonnenstrahlen, werden sicher auch bei euch aufs heftigste Frühlingsgefühle geweckt und ich kann mir denken, dass nicht wenige von euch, wie mich, das Verlangen überkam euer Velo aus dem Keller zu holen um an die Pfadiübung zu fahren. ☺

Ich meinerseites, habe diesem Verlangen nachgegeben und mich frohen Mutes in meine Fahrradjacke gestürzt, den Helm aufgesetzt und bin im Eilschritt die nötigen fünf Stockwerke in den Keller gehüpft. Was ich ungeheuerliches dort in meinem Kellerabteil vorfinden musste, kann und darf ich euch nicht vorenthalten und ihr werdet sofort verstehen wie ich schnell und hart auf den Boden der Tatsachen kam!

 Mein Fahrrad hatte einen Platten. Kein Loch oder so – Nein. Einfach keine Luft mehr, da es doch einen knappen Winter lang (also ungefähr drei Monate) nicht bewegt wurde und als Konsequenz dessen die Luft ungehindert und unbeaufsichtigt aus dem Pneu entweichen konnte. Bevor es mir also möglich war los zu fahren, musste ich zu erst in mühsamer Arbeit beide Reifen aufpumpen auf die bei meinem Velo benötigten 6 bar. (Bar ist eine Physikalische Einheit für Druck, wobei 1 bar etwa 100'000 Kilogramm pro Meter mal Sekunde im Quadrat entspricht ☺)

Damit ihr nicht das Gleiche oder ein noch schlimmeres Schicksal erleiden müsst, habe ich euch eine kleine Checkliste für den Frühjahres-Services für euer Velo erarbeitet:

 

Frühjahrsputz:

Habt ihr das Fahrrad dreckig ins Winterquartier gestellt? Dann gönnt ihm jetzt einen Frühjahrsputz. Aber bitte nicht mit dem Hochdruckreiniger! So presst ihr Wasser in die Fahrradlager und macht ihnen so den Garaus, dass es sich selbst beim Fahren auf geraden Strecken anfühlen würde, als ob ihr den Nanga Parbat (neunthöchster Berg der Erde laut Wikipedia ☺) mit dem Velo bezwingen wolltet. Verwendet lediglich warmes Wasser aus einem Kübel und ein Schwamm und wascht jeglichen Schmutz ab. Anschliessend könnt ihr es einfach an der Sonne trocknen lassen. Danach ist folgender Punkt wichtig:

 

Kette:

Die Kette braucht besondere Fürsorge, und zwar schon bevor sie quietscht, rostrot anläuft oder sich Kettenglieder festsetzen. Eine gründliche Wäsche mit Fettlöser ist nur bei extrem verschmutzten Ketten nötig. In der Regel genügt es, die Kette durch einen Lumpen laufen zu lassen, um den groben Schmutz abzustreifen. Dann je einen Tropfen Kettenöl auf jedes Glied aufzutragen, einige Male den Antrieb im Leerlauf drehen und schließlich das überflüssige Öl mit einem Lappen abwischen.

 

Pneu:

Während einer Winterpause entweicht dem Fahrradschlauch Luft, auch ohne Loch oder undichtes Ventil. Macht die Daumenprobe: Lässt sich der Reifen mehr als einen Zentimeter eindrücken, braucht er Frischluft. Auf den Reifenflanken findest du einen Aufdruck mit dem empfohlenen Luftdruck, zum Beispiel «Min 2.0 Bar – Max 4.0 Bar». Nun braucht man nur noch eine Fahrradpumpe mit Druckmesser. Expertentipp: Hoher Luftdruck reduziert den Rollwiderstand (d.h. ihr könnt mit geringerem Kraftaufwand schneller fahren), allerdings auch die Reifenhaftung (d.h. in Kurven gleiten die Reifen schneller weg). Für unbefestigte Wege bleibt man also besser am unteren Rand der Luftdruckempfehlung.

 

Bremsencheck:

Bevor ihr in die Pedale tretet, prüft unbedingt die Funktionsfähigkeit der Bremsen! Ein häufiges Verschleissteil bei Felgenbremsen sind die Beläge: Ist das Gummi soweit abgerubbelt, dass die Rillen nicht mehr zu sehen sind, unbedingt durch neue Beläge ersetzen! Häufig leidet die Bremsleistung auch unter verschmutzten oder korrodierten Bremszügen. Expertentipp: Funktionstüchtige Bremsen sind lebenswichtig. Überlasst Reparaturen im Zweifel lieber einem Fachmann.

 

Licht:

Funktionieren der Scheinwerfer und das Rücklicht? Oder besser ist die Halterung für die batteriebetrieben Lichter noch am richtigen Platz und sind die Lichter für den Fall der Fälle griffbereit? ☺  Wenn ihr nun alle diese Punkte durch gearbeitet und erfolgreich abgeschlossen habt, dann seid ihr bereit für die Fahrradsaison und mir bleibt nur noch, euch viel Spass zu wünschen und einen passenden und abschliessenden Witz zu erzählen:  Wisst ihr weshalb Östereicher durchsichtige Pneus haben? – Damit sie sehen können wieviel Luft noch drinn ist! ☺

Keck auf dem Albispass
Nach dem Frühjarsputz hat Keck den Albispass bezwungen.