Bundeslager Contura 2008

Der Bericht eines Helfers

Vieles konnte man in den Medien erfahren, vieles über das grosse Pfadilager in der Linthebene lesen und sehen. War es wirklich so gut, wie sie darüber berichteten? Nein, es war noch besser!

 

Zuerst eine kurze Orientierung:

Das Bundeslager, kurz BuLa, fand mit 25‘145 Pfadis in der Linthebene statt. Das Motto hiess Contura08 und ist eine Zusammensetzung aus den 4 verschiedenen Landessprachen. In 8 Unterlagern mit verschiedenen Lagerthemen verbrachten die Pfadis aus der ganzen Schweiz mit einigen Pfadigästen aus dem Ausland zwei Wochen in Zelten unter freiem Himmel eine unvergessliche Zeit. Ein BuLa wird alle 12-14 Jahre durchgeführt, das letzte war 1994. Das Contura08 war das bis jetzt grösste Pfadilager in der Schweiz und eines der grössten der Welt. Hier ein Vergleich zum Jamboree, dem Weltpfadilager, welches alle 4 Jahre stattfindet:


Chile (98/99): 31‘000 Teilnehmer
Thailand (02/03): 24‘000 Teilnehmer
England (07): 40‘000 Teilnehmer

Eine Liste aller 8 Unterlager:
Unterlager 1: 360°
Unterlager 2: Fantasia
Unterlager 3: Hot Spot
Unterlager 4: Tour du monde
Unterlager 5: Terra Nova
Unterlager 6: Sayaris
Unterlager 7: Contura Vitae!
Unterlager 8: BigBang

Von der Abteilung Albis&Felsenegg im Unterlager 3 (Hotspot) waren als Staff (Helfer) Keck, Condor, Pontiac und Luchs und als Teilnehmer Pfiff, Sturm und Baloo mit dabei.

Leider meldeten sich von unserer Abteilung nur drei Personen für das BuLa an, sodass wir sie mit einer Abteilung unseres Korpses, der Pfadiabteilung Vennes, mitschicken durften und so ihnen eine Teilnahme ermöglichen konnten.

Natürlich wollte ich bei einem solchen Ereignis auch dabei sein, darum meldete ich mich dann als Staff (Helfer) an. Ich plante 3 Wochen am BuLa teilzunehmen, das war insofern als Helfer möglich, da eine Woche vor und nach dem Hauptlager allgemeine Bauten und Einrichtungen auf- bzw. abgebaut werden mussten.


Helfer im Unterlager 3 mit dem Lagerthema Hotspot

Der Aufbau
Als ich Anfangs der ersten Woche des Aufbaus auf das Lagergelände des Unterlager 3 kam, waren schon ein paar Festzelte für Helfer und Material aufgestellt, doch musste innerhalb einer Woche eine funktionstüchtige Infrastruktur für 2‘500 Pfadis erstellt werden. Im Logistikzentrum vom Unterlager 3 wurden tonnenweise Material für Bauten bereitgestellt und von den Lastwagen abgeladen. Zelte für Sanität, Security, Internetcafé und Post wurden aufgebaut und eingerichtet. Grössere Bauten für die Allgemeinheit waren ein Zirkuszelt für ein Bistro, eine Bühne, ein grosser Turm, 3x6-Masten Sarasanis, ein Halbkugelzelt, eine Brücke, einen Hafen etc., welche errichtet werden mussten. Rückblickend war es eine grosse Leistung der wenigen Helfer, um diese in kürzester Zeit aufzustellen. Die erste Woche war von heftigen Niederschlägen geprägt, die Wiesen waren durchnässt und der Schlamm hinderte die Fahrzeuge am Fortkommen. Sorgen bereiteten uns die grösseren Seen auf dem Platz, welche dann auch abgepumpt werden mussten. Zum Glück erschien die Sonne zu Beginn des Hauptlagers, sodass die Abteilungen ihre Zelte und Bauten auf trockenem Boden aufbauen durften. Trotz den intensiven Arbeitstagen, hatten wir enorm Spass am Basteln, Bauen und dem gemütlichen Zusammensein nach Arbeitsschluss.


Das Hauptlager im Hotspot
Gegen Ende der Aufbauwoche spürte man bei den Helfern eine gewisse Nervosität und Vorfreude, denn der Anreisetag der Teilnehmer rückte näher: Jeder Einheit (eine Einheit = 40-60 Personen aus einer oder mehreren Abteilungen) wurde eine Parzelle zugeteilt, auf welchen sie ihre Bauten errichteten. Von einem Tag auf den anderen wurde eine kleine Stadt aus dem Boden gestampft. So entstanden kreative und imposante Konstruktionen.
Meine Aufgabe im Hauptlager war es, 11 der 80 Einheiten zu Betreuen. D.h. bei Fragen und Problemen konnte mich der Einheitsleiter kontaktieren. Zudem gab ich an Sitzungen Informationen und Anweisungen von der Unterlagerleitung an die Einheitsleiter weiter und leitete deren Feedbacks und Wünsche zurück. Diese Arbeit beinhaltete viel Verantwortung und auch interessante Kontakte mit verschiedenen Pfadis und Pfadikulturen aus 11 verschiedenen Winkeln der Schweiz. Man war dabei, nämlich dort wo es passierte. So bekam man sehr viel mit, was im Unterlager lief.

Das Programm wurde von den Einheiten selbst gestaltet, sie konnten aber, anders als in normalen Pfadilagern, Aktivitäten des Unterlagers buchen. Dazu gehörte z.B. eine Kanufahrt vom angrenzenden Seitenkanal der Linth zum Zürichsee und zurück. Gegen Ende der ersten Woche wurde sogar an zwei Abenden im Hauptlager ein Openair-Konzert organisiert, wo man mit Pfadikollegen ausgelassen feiern konnte. Zudem bot das UL3 auch viel für die Pfadis ausserhalb des Programms: Man konnte im Bistro an der Sirupbar Getränke konsumieren, Comics in einer Bücherecke lesen, sich in einer Hollywoodschaukel entspannen oder diversen sportlichen Aktivitäten nachgehen.
Täglich kam das Profil, die Lagerzeitung, welche man schon zum Frühstück lesen konnte und über aktuelle Ereignisse im Contura berichtete. Auch das Lagerradio war überall mit einem normalen Radiogerät zu empfangen und bot pfadigerechte Unterhaltung und Informationen.

Am unserem Unterlager schätzte ich die gemütliche Atmosphäre in der kleinen Zeltstadt, vor allem nachts, wenn die Lichterkette des Hauptwegs leuchteten und am Rand die Pfadis sassen und miteinander plauderten, kam eine südländische Ferienstimmung auf. Da die verschiedenen Einheiten auf engen Raum lebten, kam man miteinander leicht in Kontakt, was sehr interessant war und den Austausch förderte.


Allzeit bereit und mis bescht

Luchs